Reservierungsgebühr

In den Medien ist oft etwas zu lesen, was der zumindest etwas Kundigere als Halbwahrheit bezeichnet. Nun beschäftigen wir uns bei TopBaufinanz nur mit Finanzierungen und halten uns bewusst aus der Immobilienvermittlung, aber auch aus Geldanlagenvermittlung und dem Versicherungsgeschäft raus. Dennoch kommen ja potenzielle Käufer zu uns, die auch Immobilien kaufen möchten, welche über einen Makler verkauft werden. Hier wird dann schon mal über unterschiedliche Erfahrungen berichtet.

Wenn nun schließlich einer seine Traumimmobilie gefunden hat, wird er diesen Kauf auch kaum gefährden, auch wenn einige Vereinbarungen auf dem Wege, na ja, zumindest komisch erscheinen.

In der heutigen Tageszeitung gab es eine kleine Randnotiz (Dürener Zeitung 03.05.2017) „Reservierte Immobilie nicht immer verbindlich“.

Klar ist, wenn Rechtsgeschäfte zur Gültigkeit einer bestimmten Formvorschrift genügen müssen – wie z. B. bei einem Immobilienkauf die notarielle Beurkundung (die auch für ein Schenkungsversprechen gilt), kann i. d. R. nicht ein anderes Rechtsgeschäft eine entsprechende Verpflichtung auslösen, die nicht auch dieser Formvorschrift unterliegt. Von daher dürften viele „Reservierungen“ rechtlich faktisch ins leere gehen – füllen die Kassen der Makler und führen bestenfalls zu einer moralischen Verpflichtung beim Makler.

Eine kurze Internetrecherche zu diesem Thema führte dann auf die Seite https://ratgeber.immowelt.de/a/reservierungsgebuehr-oft-nicht-zulaessig.html von immowelt.  Dort steht dann, dass eine wirksame Reservierungsgebühr nur schwer zu vereinbaren sei:

„Die Hürden für zulässige Reservierungsgebühren sind hoch. „Eine wirksame Reservierungsvereinbarung ist zwar theoretisch denkbar“, erklärt Rechtsanwalt Wolfgang Lehner von der Kanzlei Lehner, Dänekamp & Mayer aus Heidelberg, „in der Praxis müssen dafür aber eine ganze Reihe von Faktoren erfüllt sein, die es unwahrscheinlich machen, das eine solche Vereinbarung einer richterlichen Überprüfung standhält“. So müsse der Makler beispielsweise einen qualifizierten Alleinauftrag des Verkäufers haben, damit ausgeschlossen ist, dass ein anderer Makler die Immobilie vermittelt. Zudem müsse der Verkäufer mit der Reservierung und dem Verkauf an den potenziellen Interessenten grundsätzlich einverstanden sein und die Reservierung muss zeitlich begrenzt sein. „Außerdem halten die Gerichte eine Reservierungsvereinbarung teilweise für notariell beurkundungsbedürftig – und zwar dann, wenn die Gebühr die Grenze von zehn Prozent der Provision überschreitet“, so Lehner weiter.“