Vermietung an Angehörige, ortsübliche Miete

Vor dem BFH war der Werbungskostenabzug bei verbilligter Vermietung nach § 21 Abs. 2 EStG strittig. Hier gab es nun ein Urteil (BFH  v. 10.05.2016 – IX R 44/15) mit dem Leitsatz:

„Unter ortsüblicher Miete für Wohnungen vergleichbarer Art, Lage und Ausstattung ist die ortsübliche Bruttomiete — d.h. die Kaltmiete zuzüglich der nach der Betriebskostenverordnung umlagefähigen Kosten— zu verstehen.“

Will der Vermieter steuerlich die volle Wirksamkeit erlangen, muss er derzeit eine Mindestmiete von 66 vH der ortsüblichen Vergleichsmiete – und das eben auch in Form und Durchführung wie bei Fremdmietern auch – verlangen.

Beispiel:

Die orstübliche Miete beträgt (kalt) 600 Euro/Monat. Die Umlagefähigen Betriebskosten betragen 255 Euro/Monat. Die Vergleichsbasis ist daher 855 Euro. 2/3 hiervon sind 570 Euro. Hiervon werden nunmehr die umlagefähighen Betriebskosten abgezogen, verbleiben 315 Euro/Monat an Kaltmietpreisgrenze, die nicht unterschritten werden darf, um die steuerliche Berücksichtigung nicht zu gefährden.

Wäre die Vergleichsbasis die Kaltmiete mit 400 Euro, so ergäbe sich eine  Mindestkaltmiete von 400 Euro/Monat, also in diesem Beispiel 85 Euro mehr.

Da aber die Betriebskosten ja durchaus nicht immer konstant sind, ist hier mit der Festlegung der Kaltmiete Vorsicht geboten. Es sollte hier nicht zu knapp an der Grenze kalkuliert werden.

http://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/631240/